Sommersonnenwende und Johannistag
Im Juni um die Sommersonnenwende gibt es einen wunderbaren Brauch, der auch bei uns zu Hause seit jeher hochgehalten wird. Entweder zu Sommerbeginn (21. Juni), am Johannistag (24. Juni) oder am Sonntag zuvor werden die Sonnwendbüscherl gebunden. Wie von meiner Oma und Uroma übernommen, machen meine Mutti und ich das gleich. Über den Ursprung dieses Brauchs ranken sich verschiedene Geschichten und Erzählungen. Behaupten die einen die Büscherl dienen dazu das Unwetter von Haus und Hof fernzuhalten, so sagen die anderen es müssen 14 Blumen und Gräser im Büscherl sein, weil jedes davon für einen der 14 Nothelfer steht. Was davon richtig sein mag, sei jedem selber überlassen. Ich möchte euch hier einfach mitnehmen und zeigen, wie und warum wir es machen :-)
Aus vielen Blumen wird ein Büscherl . . .
Mit unseren blumigen Schätzen wieder zu Hause angekommen, werden die einzelnen Blumen und Gräser erstmal sortiert, damit wir einen besseren Überblick bekommen. Und dann wird losgelegt:
- Als Grundlage das Eichenlaub.
- Danach die einzelnen Blumen zu einem feinen Büscherl arrangiert.
- Anschließend einen Wollfaden drumherum und schon ist unser Sonnwendbüscherl fertig.
- Mit dem Wollfaden kann man das Büscherl dann an der Haustür oder Hauswand befestigen, wo es jetzt für ein ganzes Jahr hängen bleibt. Das Sonnwendbüscherl vom Vorjahr ist vermutlich wunderbar getrocknet. Auch hier ranken sich die Geschichten, was man damit machen soll. So gibt es die Erzählung, dass man das alte Büscherl aufbewahrt bis zum nächsten Gewitter um es dann im Holzofen zu verheizen, damit das Gewitter keinen Schaden an Haus und Hof verursacht.
Ein Sonnwendbüscherl fährt mit . . .
Kleines Schmankerl am Rande:
Vielleicht werden sich manche wundern, warum wir so viele Blumen und Gräser gepflückt haben. Für ein Haus reichen normalerweise doch ein bis zwei Blumen/Gräser pro Sorte. Das ist schon ganz richtig so, aber bei uns gibt's nicht nur fürs eigene Haus und für die Häuser/Wohnungen meiner Geschwister ein Büscherl. Nein, bei uns fährt das ganze Jahr über ein Sonnwendbüscherl im Auto mit und da wir gar nicht so wenig Leute mit noch mehr Autos sind, bedarf es halt einiger Sonnwendbüscherl mehr :-)
Sonnwendfeuer
Zur sogenannten Sommersonnenwende werden von lokalen und alpinen Vereinen am Samstag vor dem 21. Juni oder am darauffolgenden Samstag auf den umliegenden Berggipfeln oder auch vom Tal gut sichtbaren Plätzen große Holz- und Reisighaufen aufgeschichtet. Bei Einbruch der Dunkelheit werden diese Brauchtumsfeuer dann entzündet, wodurch sich ein atemberaubendes Bild ergibt, wenn ganze Berggrate „unter Flammen stehen“. Mit diesen Feuern wird Licht und Leben verbunden und Schutz erbeten.