Wandern im Herbst Sicher unterwegs zwischen buntem Laub und ersten Schneeflocken
Der Herbst verwandelt die Berge in eine ganz besondere Welt: bunte Wälder, klare Luft, warme Sonnenstrahlen und die ersten Schneefelder auf den Gipfeln. Doch so schön diese Jahreszeit ist, sie bringt auch besondere Herausforderungen mit sich. Kürzere Tage, rasche Temperaturstürze, rutschiges Laub und Schnee oder Eis in höheren Lagen machen eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Wer im Herbst in Schladming-Dachstein unterwegs ist, sollte seine Tour deshalb etwas anders planen als im Sommer. In diesem Blogbeitrag erfährst du von Herwig Schmalengruber 6 wichtige Hinweise für deine Herbstwanderung:
1. Früh starten und die Sonne im Blick behalten
Die Tage sind deutlich kürzer. Besonders im Wald wird es durch die frühe Dämmerung schnell dunkel. Plane deshalb lieber eine etwas kürzere Tour und starte früh, sodass du spätestens am Nachmittag wieder sicher am Ziel bist.
Auch die Wahl der Route spielt eine Rolle: Südseitige Hänge bekommen mehr Sonne. Dort schmilzt erster Neuschnee schneller und die Temperaturen sind meist angenehmer. Schattenlagen und Nordhänge können dagegen bereits am Vormittag gefroren und rutschig sein.
2. Die Ausrüstung an die Jahreszeit anpassen
Gute Ausrüstung ist nicht nur angenehm, sondern kann entscheidend für die Sicherheit sein.
Feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil geben auf rutschigem Untergrund Halt. Wanderstöcke können zusätzlich helfen, auf nassem Laub, Wurzeln oder eisigen Passagen das Gleichgewicht zu halten.
Wer in höheren Lagen unterwegs ist, sollte außerdem Grödel/Spikes im Rucksack haben. Schon wenige vereiste Stellen können einen ansonsten einfachen Weg deutlich schwieriger machen.
Beim Anziehen gilt das Zwiebelprinzip: Im sonnigen Tal kann es noch angenehm warm sein, während am Gipfel oder in schattigen Bereichen bereits kühlere Temperaturen warten können. Neben Funktionskleidung gehören deshalb eine warme Fleece- oder Isolationsjacke, Mütze und Handschuhe in den Rucksack.
Und auch an die kleinen Dinge denken:
- Stirnlampe
- ausreichend Wasser,
- Proviant,
- Erste-Hilfe-Set
- warme und regenfeste Kleidung
können wichtig werden, wenn sich die Tour unerwartet verlängert.
3. Schneefallgrenze und Bergwetter checken
Ab Oktober kann der Winter in den Bergen bereits deutlich spürbar werden. Schnee kann je nach Wetterlage bis in tiefere Höhenlagen fallen.
Deshalb gilt: Vor jeder Tour den aktuellen Bergwetterbericht prüfen und, sofern möglich, zusätzlich einen Blick auf Live-Webcams werfen. So lässt sich besser einschätzen, ob die geplante Route tatsächlich zu den aktuellen Bedingungen passt.
4. Vorsicht vor Laub, Frost und Eis
Nasses Laub, feuchte Wurzeln und glatte Steine sind oft deutlich rutschiger, als sie auf den ersten Blick wirken.
Besonders tückisch ist Morgenfrost. In schattigen Lagen, an Nordhängen oder in höheren Regionen kann Reif lange liegen bleiben. Pfützen können über Nacht gefrieren und aus einem einfachen Wanderweg schnell eine spiegelglatte Passage machen.
Also:
- Tempo reduzieren,
- bewusst auftreten
- lieber einmal mehr die Stöcke einsetzen
5. Beachte Öffnungszeiten von Hütten und Bergbahnen:
Einige Alm- und Schutzhütten beenden ihre Saison bereits im September oder Oktober.
Informiere dich deshalb vorab über Öffnungszeiten und Betriebszeiten. Plane deine Tour so, dass du weder auf eine Einkehr noch auf eine Bergbahn für den Abstieg angewiesen bist.
Am besten packst du im Herbst etwas mehr eigenen Proviant und eine Thermosflasche mit warmem Tee ein.
6. Wildtiere brauchen jetzt besonders viel Ruhe
Von September bis Mitte Oktober ist Brunftzeit. Im Untertal, Obertal oder in den Sölktälern sind Hirsche in dieser Zeit besonders aktiv. Die Tiere stehen unter großem Stress und können während der Brunft weniger scheu und dadurch schwerer einzuschätzen sein. Bleib auf den markierten Wegen und vermeide Wanderungen früh morgens und abends.
Auch außerhalb der Brunftzeit brauchen Wildtiere jetzt Ruhe. Gämsen, Hirsche und andere Tiere müssen Energiereserven für den bevorstehenden Winter aufbauen. Eine Flucht kostet sie wertvolle Energie.
Im Herbst finden in vielen Revieren Schwerpunktjagden statt. Achte deshalb auf temporäre Sperrschilder und Hinweise von Forst- oder Jagdschutzorganen und respektiere diese unbedingt.
Wer mit Hund unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam sein und den Hund an die Leine nehmen. Ein freilaufender Hund kann Wildtiere aufscheuchen.
Für ein sicheres und rücksichtsvolles Miteinander!