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Verhalten in der Natur

Wärmegewitter in den Bergen: So verhältst du dich beim Wandern richtig

Sonnenschein, blauer Himmel und beste Bedingungen für deine Wanderung – und wenige Stunden später ziehen dunkle Wolken auf. Wärmegewitter können sich in den Bergen rasch entwickeln und eine entspannte Wandertour schnell verändern. Weißt du, welche Warnzeichen du erkennen solltest und wie du reagierst, wenn dich unterwegs doch ein Gewitter überrascht?

In diesem Blog erfährst du vom staatlich geprüften Bergführer Hans Prugger, wie du Wärmegewitter frühzeitig erkennst und dich im Ernstfall richtig verhältst.

Gute Planung ist der beste Schutz

Gerade an warmen Sommertagen können sich im Tagesverlauf Quellwolken bilden und daraus Gewitter entwickeln:

  • Prüfe Gewitterwarnungen und Wetterprognose vorab

  • Starte möglichst früh am Morgen

  • Informiere dich über Einkehr- und Schutzmöglichkeiten entlang der Strecke

  • Beobachte während der Tour die Wetterentwicklung

Auch wenn beim Start noch die Sonne scheint, lohnt sich unterwegs immer wieder ein Blick nach oben. Schnell wachsende Quellwolken können ein deutliches Zeichen für eine zunehmende Gewittergefahr sein.

Hörst du bereits Donner, bist du idealerweise zu diesem Zeitpunkt bereits an deinem Ziel, im Tal oder an einem geeigneten Schutzort.

Was tun, wenn beim Wandern ein Wärmegewitter aufzieht?

Zieht ein Gewitter auf, solltest du exponierte Bereiche möglichst rasch verlassen. Dazu gehören vor allem metallischen Sicherungen, Gipfel, Grate und offene, hoch gelegene Bereiche.

Halte außerdem Abstand zu:

  • Klettersteigseilen und anderen metallischen Sicherungen

  • einzelnen Bäumen

  • Gipfelkreuzen

  • Metallzäunen

 

Wo finde ich bei einem Gewitter Schutz?

Ist ein rechtzeitiger Abstieg ins Tal nicht mehr möglich, bieten geschlossene Gebäude wie Berghütten oder Biwakschachteln einen geeigneten Schutz.

Deshalb ist es hilfreich, schon bei der Tourenplanung zu wissen, wo sich entlang deiner Route Hütten und andere Schutzmöglichkeiten befinden.

Kein Unterschlupf erreichbar – was jetzt?

Kannst du keinen geeigneten Schutz mehr erreichen, gilt es, den Bodenkontakt möglichst gering zu halten.

  1. Suche eine möglichst freie Stelle.

  2. Nutze nach Möglichkeit eine isolierende Unterlage, etwa deinen Rucksack.

  3. Kauere dich klein zusammen.

  4. Ziehe die Beine an und halte die Füße eng beieinander.

  5. Halte möglichst wenig Kontakt zum Boden.

  6. Warte ab, bis das Gewitter vorbeigezogen ist.

 

Diese Maßnahmen sind eine Notlösung. Am sichersten ist es immer, durch eine gute Tourenplanung gar nicht erst in ein Gewitter zu geraten.

 

Lieber einmal früher umdrehen

Wenn sich das Wetter schneller verändert als erwartet oder dunkle Wolken aufziehen, kann Umkehren die beste Entscheidung des Tages sein.

Eine Wanderung abzubrechen bedeutet nicht, dass die Tour gescheitert ist. Im Gegenteil: Wer Wetter, Kondition und Umgebung richtig einschätzt und seine Pläne entsprechend anpasst, ist verantwortungsvoll in den Bergen unterwegs.

 

Für ein sicheres Bergerlebnis!

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Autor

Schladming Dachstein