Zentralalpenweg 02 durch die Steiermark
Tourenbeschreibung
Der Zentralalpenweg mit der Nummer 02 wurde 1978 seiner Bestimmung übergeben und verdient die Bezeichnung Höhenroute. Speziell die Niederen Tauern verlangen neben der geeigneten Ausrüstung auch Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Orientierungsgeschick. Zu Beginn führt dich die Tour von Spital am Semmering auf einen historischen Gipfel: das Stuhleck war im Jahr 1892 der erste Alpengipfel, der mit Ski bestiegen wurde. Du wanderst weiter über die Fischbacher Alpen paralell zur Wanderroute "Vom Gletscher zum Wein", dem Weitwanderweg in der Steiermark, auf die Teich- und Sommeralm, dem größten zusammenhängenden bewirtschafteten Almgebiet Europas. Weiter bringt dich der Weg über den nördlichen Bereich der Koralm ins Murtal wo du über Seckau, das für sein Stift bekannt ist in die Niederen Tauern eintreten. Diese überschreitest du von Ost nach West am bekannten Abschnitt, dem Schladminger Tauern Höhenweg, um schließlich in Schladming im Ennstal dein Ziel zu erreichen.
Weitere Details
Die Tour
Karte, Höhenprofil & weitere Informationen
Die nachfolgende Etappeneinteilung ist nur eine von vielen Varianten – unser Tipp: Wandere einfach drauf los und lass dich von den Eindrücken, ob Landschaften oder kulinarischen Verführungen, treiben und lenken. Und wenn es dir an einem Platz besonders gut gefällt, lass dich nieder. Da wir aber durchwegs im alpinen Gelände unterwegs sind ist ein gute Planung und vor allem in der Hochsaison auf den Schutzhütten eine Vorreservierung deines Quartiers am folgenden Abend unumstößlich.
1. Tagesetappe
Spital am Semmering (777 m) - Stuhleck (1.782 m) - Rosegger Schutzhaus (1.590 m) - Alpl (967 m)
Von Spital am Semmering geht es zunächst auf den Gipfel des Stuhleck, der höchsten Erhebung am Ostrand der Alpen, mit dem Alois Günther Haus. An schönen Tagen kannst du von hier aus etwa ein Drittel des gesamten Staatsgebietes bis hinein nach Ungarn und Slowenien überblicken. Der weitere Wegverlauf führt dich gemütlich entlang des Kammes in Peter Roseggers Waldheimat aufs Alpl, wo auch heute noch die Waldschule des Literaten Jahr für Jahr zahlreiche Besucher anlockt.
2. Tagesetappe
Alpl (967 m) - Auf der Schanz (1.171 m) - Am Straßegg (1.163 m)
Wenn du auf der heutigen Etappe Pilger und Wallfahrer begegnest, darfst du dich nicht wundern, denn du bist auf einem Teilabschnitt des Mariazeller Weges unterwegs. Der Weg führt dich durch angenehm Schatten spendende Wälder Richtung Teufelstein, einem der ältesten Kultplätze Österreichs. Am Fuße dieses geologischen Phänomens, etwa 2 km nach der Wegkreuzung Walserkreuz, musst du dich entscheiden ob du genug Zeit hast und etwa 1 Stunde für den Besuch des Teufelstein investierst, oder ob du gleich weitergehst Richtung Schanzsattel. Von hier über beschauliche Wiesen und durch romantisch anmutende Wälder gelangst du zum Gasthof Am Straßegg, deinem heutigen Etappenziel. Hier hast du auch noch die Möglichkeit, für die beiden nächsten Tage die Variante über das Rennfeld mit seinem Schutzhaus und die wunderschöne Kleinstadt Bruck an der Mur zu nehmen (siehe Tagesetappen 3A und 4A). Hinweis: wir empfehlen hier die Variante über das Geburtshaus Peter Roseggers, ein beeindruckender Platz, der einen der berühmtesten Literaten und Schriftsteller Österreichs Heimat war.
3. Tagesetappe
Am Straßegg (1.163 m) - Teichalm (1.172 m) - Mixnitz (447 m)
Die heutige Etappe bringt dich ins größte zusammenhängende Niedrig-Almgebiet Europas, den Naturpark Almenland, wo du auch die Wanderroute "Vom Gletscher zum Wein" verlässt. Über die Sommeralm und die Teichalm am Fuße des Hochlantsch gelangst du zum Einstieg in die Bärenschützklamm, das als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Die Bärenschützklamm ist eine der bekanntesten und schönsten Felsklammen Österreichs. Der spektakuläre Wanderweg ist eine eindrucksvolle Erfahrung für alle Wanderer und ist wohl im Frühjahr nach der Schneeschmelze besonders beeindruckend. Bitte jedoch zu beachten, dass dieser Wegabschnitt insbesondere an Wochenenden in entgegengesetzter Richtung, d.h. bergauf, sehr stark frequentiert ist!
3. Tagesetappe A (Variante)
Am Straßegg (1.163 m) - Hochschlag (1.580 m) - Buchecksattel (1.275 m) - Ottokar Kernstock Haus (1.629 m)
Nachdem du ein kurzes Stück wieder retour gegangen bist, zweigst du an einer markanten Kreuzung Richtung Rennfeld ab. Von hier an geht es über den Gipfel des Hochschlag, der wunderschön gelegen ist, und den Eibeggsattel auf das Gipfelplateau des Rennfeldes mit dem Etappenziel Ottokar Kernstock Haus.
Länge: etwa 21 km
4. Tagesetappe
Mixnitz (447 m) - Pernegg (458 m) - Hochanger Schutzhaus (1.304 m)
Du bist nun mitten im Tal der Mur, des zweitgrößten Flusses in Österreich, gelandet. Wenige Kilometer geht es flussaufwärts entlang der Mur bevor Sie Richtung Westen das Tal verlassen und bergauf zum Hochanger Schutzhaus gelangen, das wunderschön oberhalb der historischen Kleinstadt Bruck an der Mur liegt.
4. Tagesetappe A (Variante)
Ottokar Kernstock Haus (1.629 m) - Bruck an der Mur (491 m) - Hochanger Schutzhaus (1.304 m)
Du genießt noch einmal das beeindruckende Panorama vom Rennfeld und steigst von nun an bergab in die historische Stadt Bruck an der Mur, die an mit ihrer historischen wie auch modernen Baukultur und Architektur beeindruckt. Ein Besuch des Schloßberges sollte noch am Programm stehen, denn von hier aus hat man den besten Ausblick auf die Stadt. Danach geht es stetig leicht bergauf zu deinem Etappenziel, den Hochanger Schutzhaus, wo du auch wieder auf den Hauptweg des Zentralalpenweges triffst.
Länge: etwa 17 km
5. Tagesetappe
Hochanger Schutzhaus (1.304 m) - Eisenpass (1.183 m) - Fensteralm (1.642 m) - Speikkogel (1.988 m) - Gleinalm (1.586 m)
Zunächst leicht bergab führend geht es danach über den Höhenrücken des Herrenkogels und der Hochalm auf den Sattel des "Diebsweges", der einen Übergang von Leoben nach Frohnleiten darstellte. Tipp: im Hochsommer genug Wasser mitnehmen oder am Weg entlang auffüllen, denn die Quellen auf den nächsten Kilometern sind bei langen Trockenperioden sehr wasserarm. Über die Almgebiete der Gleinalm führt dich die heute recht lange Tour noch auf den Speikkogel, wo du ein wunderbares Panorama genießen kannst, um danach alsbald zum Gleinalm Schutzhaus zu gelangen.
6. Tagesetappe
Gleinalm (1.586 m) - Roßbachalm (1.780 m) - Oskar Schauer Haus (1.394 m) - Steinplanhütte (1.670 m) - Knittelfeld (638 m)
Zum Start heißt dich das schöne Kirchlein "Maria Schnee" herzlich willkommen. Weiter führt dich der Weg über gemütliche Almen und durch schattige Wälder Richtung Steinplan. Hier erwartet dich noch ein kurzer Anstieg bevor es stetig bergab in die Stadt Knittelfeld im Murtal geht.
7. Tagesetappe
Knittelfeld (638 m) - Tremmelberg (1.194 m) - Seckau (834 m) - Ingering II (881 m)
Die Stadt Knittelfeld verlassend geht es bergauf auf den Tremmelberg, auf dem seit einigen Jahren eine schöne Aussichtswarte steht und dir ein wunderschönes Panorama bietet. Nächster Höhepunkt auf deiner heutigen Etappe ist die Abtei Seckau im gleichnamigen Ort am Fuße der Seckauer Alpen. Bevor du deinem Tagesziel zusteuerst, solltest du dir noch für einen Besuch der Abtei Zeit nehmen.
8. Tagesetappe
Ingerning II (881 m) - Ingeringsee (1.221 m) - Kettentörl (1.864 m) - Hohentauern / Bergerhube (1.198 m)
Mit dieser Etappe erfolgt sinngemäß der Einstieg in die Niederen Tauern und der Zentralalpenweg wird zur Alpintour. Das bedeutet aber auch, dass du nun Naturschauplätzen begegnen wirst, die ihresgleichen suchen. Den Anfang macht der Ingeringsee, noch immer ein Geheimtipp unter den unzähligen Bergessen in den Tauern. Danach erfolgt der Aufstieg über einen Steig über mit Latschen bewachsene Almböden zum Kettentörl, bevor es wieder steil bergab zu Ihrem Etappenziel, der Bergerhube geht. Wir stellen hier die Variante über Hohentauern vor, einen wunderschön am Tauernpass gelegenen Ort mit zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten.
9. Tagesetappe
Hohentauern / Bergerhube (1.198 m) - Triebener Törl (1.905 m) - Sonntagskogel (2.229 m) - Hohentauern (1.274 m) - Edelrautehütte (1.706 m)
Die ersten 2000-er erwarten dich auf der heutigen Etappe. Über Almen und durch hochalpines Gelände geht es bergauf und bergab über einige Gipfel in den wunderschön gelegenen Ort Hohentauern, der in der vorhin beschriebenen Variante (und wie in dieser Route eingezeichnet) auch Ihr Etappenort sein kann. Nachdem die nächste Etappe sehr anspruchsvoll wird, steigst du nur noch zur Edelrautehütte, einem der beliebtesten Ziele der Urlauber in Hohentauern, auf.
10. Tagesetappe
Edelrautehütte (1.706 m) - Kleiner Bösenstein (2.395 m) - Perwurzpolster (1.814 m) - Zinkenkogel (2.233 m) - Reiteckersattel (1.854 m) - Hochschwung (2.196 m) - Schattnerzinken (2.156 m) - Seitnerzinken (2.164 m) - Schwaberghütte (1.511 m)
Die heutige Etappe zählt absolut zu den anspruchsvollsten des Zentralalpenweges, da der Weg ein immerwährendes Auf und Ab in dieser wunderschönen Landschaft darstellt. Und genau diese Landschaft belohnt auch für alle Mühen, denn aufgrund ihrer Weitläufigkeit und Unberührtheit ist sie für Naturliebhaber ein wahres Juwel. Bitte aber zu beachten, dass die Etappe sehr anspruchsvoll ist und daher das Wetter auch stabil sein muss.
11. Tagesetappe
Schwaberghütte (1.511 m) - Große Windlucken (1.857 m) - Breiteckkoppe (2.144 m) - Kreuzberg (2.045 m) - Planneralm (1.588 m)
Zunächst erwartet dich gleich einmal ein recht langer Anstieg auf die Breiteckkoppe. Danach geht es für dich wiederum in einem leichten Bergauf und Bergab über mehrere Gipfel auf die Planneralm, die im Winter ein beliebtes Ski- und im Sommer Wandergebiet ist.
12. Tagesetappe
Planneralm (1.588 m) - Karlspietze (2.097 m) - Donnersbachwald (976 m) - Mörsbachhütte (1.303 m)
Von der Planneralm geht es durch Latschenfelder und über gemütliche Almböden zunächst bergan auf die Karlspitze, bevor der Abstieg in wunderschön in der umgebenden Berglandschaft eingebetteten Ort Donnersbachwald geht. Von hier, direkt bei der Kirche, geht es nun für dich noch entlang des Mörsbaches in leichter Steigung zur gleichnamigen Hütte.
13. Tagesetappe
Mörsbachhütte (1.303 m) - Gstemmerscharte (1.996 m) Mößna (1.023 m) - St. Nikolai im Sölktal (1.127 m)
Die heutige Tour bringt dich in den Naturpark Sölktäler. Zunächst erwartet dich aber noch der steile Anstieg auf die Gstemmerscharte, bevor es über weiche Almböden gegen den kleinen Ort St. Nikolai im Sölktal geht.
14. Tagesetappe
St. Nikolai im Sölktal (1.127 m) - Hohenseealm (1.543 m) - Schimpelscharte (2.273 m) - Rudolf Schober Hütte (1.667 m)
Vom Naturpark ins Bergsteigerdorf könnte das Motto der heutigen Etappe lauten, denn du überschreitest die Tauern und gelangst zur Rudolf Schober Hütte, die oberhalb des Bergsteigerdorfes Krakautal inmitten eines Zirbenwaldes gelegen ist. Du betrittst heute somit auch die Schladminger Tauern, die mit mehr als 200 Gipfeln von über 2.000 m Seehöhe und über 300 Bergseen als Natura 2000 Europaschutzgebiet ausgewiesen sind.
15. Tagesetappe
Rudolf Schober Hütte (1.667 m) - Hubenbauertörl (2.051 m) - Rantentörl (2.166 m) - Breitlahnhütte (1.070 m)
Über die Hubenbaueralm führt dich der Weg zum gleichnamigen Törl und weiter über einen Steig zur Hinterkarscharte, dem höchsten Punkt deiner heutigen Tour. Von hier geht es steil hinunter zu einem Karsee und weiter wieder leicht bergauf zum Rantentörl. Ab hier geht es nur mehr bergab zur Breitlahnhütte, deinem Etappenziel.
16. Tagesetappe
Breitlahnhütte (1.070 m) - Trattenscharte (2.408 m) - Wildlochscharte (2.488 m) - Preintalerhütte (1.657 m)
Der Weg führt über Almen bis zum Talschluss. In Serpentinen geht es nun bergauf zur Wildlochscharte. Danach hast du erste Ausblicke auf die Klafferkessel, die einen Höhepunkt am gesamten Zentralalpenweg darstellen. Alsbald gelangst du zur Preintalerhütte, deinem Nachtquartier.
17. Tagesetappe
Preintalerhütte (1.657 m) - Greifenberg (2.618 m) - Gollinghütte (1.641 m)
Zu Beginn erwartet dich der Abschnitt durch die Klafferkessel, ein einzigartiges Naturdenkmal mit etwa 30 durch die Eiszeit geformte Seen. Vom Gipfel des Greifenberges hast du einen wunderschönen Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Danach geht es in engen Kehren bergab zur Gollinghütte.
18. Tagesetappe
Gollinghütte (1.641 m) - Rohrmoos Untertal (869 m) - Schladming (750 m)
Deine letzte Etappe der Durchschreitung der Steiermark am Zentralalpenweg führt nicht mehr am Zentralalpenweg, sondern bringt dich von der Gollinghütte nach Rohrmoos Untertal (Weg Nr. 778), wo du auf den National Geographic Themenweg Wilde Wasser stoßt. Diesen entlang führt dich diese abschließende Etappe nach Schladming, eine der bekanntesten Urlaubsregionen im Alpenraum.
Detaillierte Informationen zur Anreise finden Sie hier.
In Spital am Semmering stehen im Bereich der Talstation der Stuhleck Bergbahnen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung.ÖBB www.oebb.at oder Verbundlinie Steiermark www.busbahnbim.at
Mit der BusBahnBim App der Verbundlinie ist eine Fahrplanauskunft so einfach wie noch nie: Alle Verbindungen mit Bus, Bahn und Straßenbahn in Österreich können durch die Eingabe von Orten und/oder Adressen, Haltestellen bzw. wichtigen Punkten abgefragt werden. Erhältlich ist die App als Gratis-App für Smartphones (Android, iOS) – auf Google Play und im App Store
- Notruf Bergrettung: 140
Tipp zur Notfallmeldung – Antworten auf die sechs W-Fragen geben: Was ist passiert? Wieviele Verletzte? Wo ist der Unfall passiert (eventuell GPS-Koordinaten)? Wer meldet (Rückrufnummer)? Wann ist der Unfall passiert? Wetter am Unfallort?
Ein richtiges Rucksackpacken macht vieles leichter: Schwere Sachen als erstes einpacken. Die Wasserflasche sollte immer gut griffbereit in einer Seitentasche sein. Alle Dinge, die oft benötigt werden wie Sonnenbrille, Fotoapparat oder Wanderkarte, gehören obenauf. Eine Notfallsausrüstung inklusive Blasenpflaster gehört in jeden Rucksack und eine Einkleidung nach dem "Zwiebelsystem" empfiehlt sich immer!
Steiermark Tourismus, Tel. +43 316 40030, www.steiermark.com
Detailinformationen: www.alpenverein.at/weitwanderer
Fritz und Erika Käfer: Österreichischer Weitwanderweg 02 - Von der Ungarischen Pforte in die Niederen Tauern, Sektion Weitwanderer des OEAV, www.alpenverein.at/weitwanderer, weitwanderer@sektion.alpenverein.at
- Wanderkarte "Wandern WEST" erhältlich in den Infobüros der Region.
- Wanderkarte Schladming, 1:25.000, erhältlich im Infobüro Schladming.
- Wanderkarte Schladming-Dachstein, 1:50.000, erhältlich in den Infobüros der Region.
- Wanderführer Schladming-Dachstein von Herbert Raffalt, erhältlich in den Infobüros der Region.