Schladminger Tauern Höhenweg

Südlich des Dachsteinmassives und der Bergstadt Schladming breiten sich die wasserreichen Schladminger Tauern aus, und stehen dem prominenten Gegenüber des Dachstein weder in landschaftlicher Schönheit noch in der Höhenlage nach. Hunderte Kilometer an Wanderwegen führen hier zu beeindruckenden Gipfeln und schier unzähligen malerischen Bergseen. Die Höhenwege durch die Schladminger Tauern zählen sicherlich zu den schönsten Wanderungen der Region Schladming-Dachstein, stellen aber auch entsprechende Anforderungen an die Bergsteiger. Trittsicherheit, eine ausreichende Grundkondition, Schwindelfreiheit und die richtige Ausrüstung sind Voraussetzungen um die Bergwelt von ihrer schönsten Seite kennenzulernen. Der Schladminger Tauern Höhenweg führt zu großen Teilen durch alpines Gelände und ist teilweise mit Stahlseilen gesichert.

 

 Diese Passagen sind meist starkt exponiert und sollten nur von trittsicheren Bergsteigern mit ausreichender Bergerfahrung begangen werden. Eine den Anforderungen der Tour entsprechende Bergausrüstung versteht sich von selbst. Bei schlechtem Wetter erhöht sich die Schwierigkeit entlang des Höhenweges deutlich.

Im Besonderen zu Saisonbeginn ist noch mit Altschneefeldern zu rechnen - in bestimmten Lagen manchmal sogar den gesamten Sommer. Informiere Dich deshalb stets über die aktuellen Wetterverhältnisse und berücksichtige diese in Deiner Tourenplanung. Denk bitte auch daran, dass im Hochgebirge Wetterstürze binnen kurzer Zeit auftreten können.

5-Tages-Tour

Schladminger Tauern Höhenweg

Entlang der Gipfel und Grate verlaufen hier zahlreiche Höhenwege, die gemeinsam den Weitwanderweg des Schladminger Tauern Höhenweges ergeben. Dieser ist zum Teil auch Abschnitt des Zentralalpenweges 02. Insgesamt über 70 km und 7 Etappen angelegt, fokussiert sich die kürzere 5-Tages-Tour mit ca. 45 km auf die Höhenwege rund um die Rohrmooser Täler Obertal und Untertal und spannt einen Bogen vom Rohrmooser Hausberg Hochwurzen zum Schladminger Hausberg Planai. 

7-Tages-Tour

Schladminger Tauern Höhenweg

Entlang des Schladminger-Tauern-Höhenweges wanderst Du 7 Tage lang vorbei an verfallenen Hütten bzw. Grundmauern von Knappenunterkünften, die von der historischen Bergbau-Vergangenheit rund um Schladming zeugen. Unberührte Wildbäche mit tosenden Wasserfällen und vielen kleinen Zuläufen aus den Quellgebieten der Tauern-Wasserlandschaft machen den Reiz dieser Wanderung aus.

Die 7 Etappen im Überblick 

Ausgangspunkt Hochwurzenhütte (erreichbar mit der Gipfelbahn Hochwurzen oder über den Wanderweg Nr. 60 ab Rohrmoos). Von der Hochwurzen führt der Steig schon nach wenigen Minuten über den schön angelegten Weg auf den lang gezogenen Grasrücken des Rossfeldes hinauf. Von diesem leicht erreichbaren Aussichtsberg gelangt man in südlicher Richtung absteigend in die Senke des Latterfußsattels mit Wegweiser für mehrere Abzweigungen.

Den weiteren Wegverlauf bildet der aus dem Obertal kommende Weg Nr. 773, der nun aus dem Sattel durch einen mit vielen Zirben durchsetzten Kampfzonenwald auf den beliebten Aussichtsgipfel der Guschen (1.983 m) hinaufführt. Vom Gipfelkreuz der Guschen führt der Weg zunächst über den Schneidergipfel und über die Westflanken des Hochfeldes und der markanten Erhebung des Schiedecks (2.339 m).

Der Klammsee und der Brettersee, sowie die mit ihrer Ostwand zugeneigte Kammspitze mit den kühn geformten Kammzähnen sind das Kernstück dieses großartigen Weges. Den Schluss bilden viele kleine Serpentinen, die sich über einen Steilhang zur Ignaz-Mattis-Hütte und der Giglachseehütte an den Giglachseen hinab schlängeln.

  • Variante 1: Mit dem Linienbus ab Schladming und Rohrmoos zur Ursprungalm (bzw. mit Privat-PKW ab Pichl oder Schladming). Von der Ursprungalm in ca. 1 Stunde zur Giglachseehütte bzw. 1 1/4 Stunden zur Ignaz-Mattis-Hütte (Alpenvereinshütte).
  • Variante 2: Von der Ursprungalm auf den so genannten Kranz . Abstieg über das Brotrinnl zur Oberhütte. Von der Oberhütte Weg Nr. 702 zur Akarscharte (2.315 m). Möglichkeit zur Gipfelbesteigung der Steirischen oder Lungauer Kalkspitze (ab Akarscharte ca. 1/2 Stunde). In der Folge Abstieg über Znachsattel zur Giglachseehütte oder Ignaz-Mattis-Hütte.
  • Variante 1: über die Rotmandlspitze: Ausgehend von der Giglachseehütte oder der Ignaz-Mattis-Hütte führt nun der Weg Nr. 702 zum östlichen Ende der Giglachseen. Von hier verläuft der Steig mäßig steigend ins äußere Knappenkar und in weiterer Folge teilweise recht stark steigend zur Rotmandlspitze (2.453 m). Von dort aus geht es weiter zur Kruckeckscharte (2.303 m). Von hier verläuft nun der Steig in großen Serpentinen abwärts, bis wir wiederum die wunderschön gelegene Keinprechthütte in 1.872m Seehöhe erreichen.
  • Variante 2: vorbei beim Duisitzkarsee: Von der Ignaz-Mattis-Hütte oder Giglachseehütte über den Murspitzsattel am Weg Nr. 775 zum Duisitzkarsee (1.648 m) mit den bekannten Hütten Duisitzkarhütte und Fahrlechhütte.

Von der Keinprechthütte ausgehend folgen wir dem Weg Nr. 702 durch ein großes Kar bis wir eine Weggabelung erreichen. Entlang der Zirbenböden zur Trockenbrotscharte (2.237 m). Zwei Wegvarianten bieten sich an: Entweder der Höhenweg 702A - von der Landawirtseehütte ausgehend oder über den Normalweg bis zum Inneren Göriachwinkel. Von hier geht der Steig zur Gollingscharte (2.326 m). Ab der Gollingscharte besteht die Möglichkeit, den Gipfel des Hochgolling (2.863 m) zu erklimmen. Für die Gipfelbesteigung sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie alpine Erfahrung erforderlich. Von der Gollingscharte über ein Eis- oder Geröllfeld abwärts in den Gollingwinkel. In einer Viertelstunde erreichen Sie über den Götterplatz die Gollinghütte.

Unmittelbar nach der Gollinghütte wird der Steinriesenbach überquert. In vielen Serpentinen führt nun der Weg Nr. 702 auf den Greifenberg . Auf ca. 2.450 m Höhe eröffnet sich ein Blickfeld nach allen Seiten. Vor uns liegt der Greifenbergsee und das Gipfelkreuz des Greifenberges (2.618 m). Vom Gipfel aus hat man den Besten Blick in die Klafferkessel.

Ein steiler alpiner Steig führt abwärts zur oberen Klafferscharte. Über Schnee- bzw. Geröllfelder weiter abwärts zum eigentlichen Herzstück, der Klafferkessel. Vorbei an unzähligen Seen und Lacken bis zur unteren Klafferscharte. Nun führt ein Steig in großen Schleifen abwärts zum äußeren Lämmerkar. Nach der Überquerung des Waldhornbaches erreichen wir die Preintalerhütte und die Waldhornalm.

Kurz nach der Preintalerhütte wird der Sonntagskarbach überquert. Danach folgt eine Weggabelung von wo der Weg Nr. 702 rechts abzweigt und sich in steilen Serpentinen aufwärts durchs Trattenkar windet. Der Weg Nr. 702 wendet sich nach rechts zur Trattenscharte , wo mit 2.408 m der höchste Punkt der Tour erreicht wird. Ein kurzer Abstieg leitet zu einem kleinen Seenlabyrinth, dem Klafferkessel nicht unähnlich. Entlang der Südost-Flanken des Scharecks und oberhalb der Stummer Almen, bis wir Karlkirchen, einen kleinen Felsendom, erreichen. Weiter zur Lassacheralm und von dort entweder den Wandersteig entlang oder der Forststraße  folgend durch einen Hochwald, bis die Breitlahnhütte erreicht ist.

Von der Breitlahnhütte folgen Sie dem Weg Nr. 702 Richtung Schwarzensee. Bevor Sie zum Schwarzensee kommen, zweigt im Bereich der Grafenalm der Weg links ab und führt über die vordere und innere Neualm zum Rantentörl (2.166 m) und in weiterer Folge zum Hubenbauertörl. Wenn Sie nach der inneren Neualm den Weg Nr. 793 wählen, gelangen Sie direkt auf den Gipfel des Predigtstuhls (2.643 m). Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind jedoch erforderlich. Nach kurzem Abstieg treffen Sie wieder auf den Weg Nr. 702 zum Hubenbauertörl. Nach mehreren Stunden Wanderung mit Auf und Ab und wunderschöner Landschaft erreichen Sie die Rudolf-Schober-Hütte (1.667 m).

Von der Rudolf-Schober-Hütte folgen Sie wieder dem Weg Nr. 702 zur Schimpelscharte. Wenn Sie Lust auf einen Gipfelsieg verspüren, bietet sich die Ersteigung des Süßleitecks (2.507 m) an. Auf Höhe des Schimpelsees zweigt  ein schwach ausgeprägtes Steiglein rechts ab und führt steil ansteigend zu einer kleinen Scharte. Jenseits der Scharte wird ein kurzes Stück über Seilsicherungen abgestiegen - über die nun anschließende Steilflanke gelangt man über einige Kehren zum Gipfel. Bergerfahrung und Trittsicherheit unbedingt erforderlich! Weiter geht nun der Wanderweg über Breitenbachsee und Schimpelrücken zum Hohensee und Hohenseealm. Ab dem sogenannten Kreuzsteg führt der Weg als Wasserschaupfad entlang des Bräualmbaches nach St. Nikolai im Sölktal (Gasthof Gamsjäger).