Wie Traumpisten entstehen

14.02.2019

Während sich Wintersportler abends von einem ausgiebigen Skitag erholen, kommt Bewegung in den Arbeitstag der Pistenpräparierer.

Vor mehr als 50 Jahren wurde die Pflege von Skipisten erstmals mit technischem Gerät vorgenommen – nach wie vor eine unerlässliche Maßnahme, um Skifahrern und Snowboardern optimale Pistenverhältnisse bieten zu können.

Die enormen Schneefälle zu Beginn dieses Jahres stellten die Pistengerätefahrer vor besondere Herausforderungen. Wir nehmen dieses Ereignis gerne zum Anlass, um unser Augenmerk auf die Arbeit der fleißigen Pistenpräparierer zu richten. Schließlich verdanken wir ihrem Know-how und nächtlichem Einsatz all die schönen Wintertage auf den Skibergen der Region.

Pistengeraete auf dem Hauser KaiblingIn den Abend- und Nachtstunden sind „Pistenbullys“ auf den Skibergen im Einsatz, um die Pisten für den kommenden Tag aufzubereiten.

Bild © Hauser Kaibling Bergbahnen

Weshalb und wie Pisten präpariert werden

Die Ursachen, weshalb Skipisten Tag für Tag aufs Neue präpariert und „repariert“ werden müssen, sind vielfältig. Zum einen sind es wetterbedingte Einflüsse, zum anderen schaffen Skifahrer und Snowboarder selbst exponierte Stellen: Anhäufungen und Verschiebungen der Schneedecke (z. B. Schneebuckel) oder gar eisige Flächen. Die zunehmende Zahl an Wintersportlern, einhergehend mit immer mehr gefahrenen Pistenkilometern und immer schneidigeren Fahrweisen, stellen in der Folge auch anspruchsvollere Aufgaben an das Team der Pistenflotte.

Dies betrifft in ähnlicher Weise die Arbeit der Schneemacher, die für die Erzeugung von sogenanntem „Maschinenschnee“ verantwortlich sind. Zwar kamen ihre Dienste, bedingt durch die natürlichen Schneemengen dieses Winters, zuletzt nur sporadisch zum Einsatz. Anderseits gab es Jahre, in denen ohne künstlich erzeugtem Schnee kein ordentlicher Skibetrieb möglich gewesen wäre. Allerdings – so merken wir dazu an – ergibt erst die reibungslose Zusammenarbeit der „Schneemänner“ mit dem Team der Pistenflotte zufriedenstellende Ergebnisse.

Die Technik wird anspruchsvoller

Eine moderne Pistenraupe, der Volksmund nennt sie „Pistenbully“, ist fünf bis zwölf Tonnen schwer und leistet bis zu 500  PS. Es handelt sich um wahre High-Tech-Maschinen, die über eine Reihe nützlicher Komponenten verfügen: Schneeschilder, Walzen, Glättbretter, Fräsen und Seilwinden, die je nach Bedarf zum Einsatz kommen.

Einen ganz wesentlichen Teil macht das digitale Equipment der Pistengeräte aus. Es erhöht die Effizienz, sorgt für mehr Sicherheit und hilft Energie und Zeit zu sparen. Ein Beispiel daraus soll den Fortschritt verdeutlichen: Seit einigen Jahren erfolgt die Pistenpräparierung per GPS. Mit diesem System werden im Sommer 3D-Geländemodelle der Skiberge erstellt und im Winter mit der Schneeoberfläche verglichen. Aus der Differenz ergeben sich zentimetergenaue Anhaltspunkte über die Höhe der Schneedecke und exakte Positionierungen für den Einsatz von Pistenbullys und Schneekanonen.

Zwar bilden die digitalen Helfer eine wesentliche Erleichterung für die Pistenarbeit, mehrheitlich kommt es aber doch auf die Erfahrung der Crew an. Erst sie schafft die Basis für den optimalen Umgang mit dem Element Schnee.

Für alle Aufgaben gerüstet

An extrem steilen Abfahrten kommen Seilwinden zum Einsatz. Sie sorgen für das sichere Fortbewegen der Pistenraupe, ob talwärts oder bergwärts, indem sie per Seil an einem Ankerpunkt im Gelände fixiert werden.

Ähnlich fahrtechnisches Feingefühl ist bei der Bearbeitung von Kinderländern, Funslopes, Crossparks und Superparks erforderlich. Anlagen dieser Art entsprechen einem Trend auf den Skibergen der Region und bedürfen ebenso der täglichen „Nachbesserung“.

Zuletzt sei noch die professionelle Präparierung von Rennpisten erwähnt. Sie erfordern ein spezielles Know-how und händisches Eingreifen. Pistengeräte sind in der finalen Phase eher kontraproduktiv.

Bei aller Professionalität der Pistencrews kann es dennoch vorkommen, dass das Ergebnis nicht immer zur vollen Zufriedenheit ausfällt. Schuld daran ist zumeist das Wetter – zuviel Regen, zu extreme Temperaturen oder gar zu viel Schnee sind schlecht für den Pistenzustand. An dieser Stelle müssen alle Hobbyskifahrer um Verständnis gebeten werden.

Loipengerät Ramsau © Elias WalserIn Ramsau am Dachstein kann man donnerstags eine Runde im Pistenbully mitfahren. Anmeldungen im Infobüro unter 03687/818338.

Bild © TVB Ramsau am Dachstein/Elias Walser

Zu deiner Sicherheit

Da die Pisten nach Betriebsschluss präpariert werden, ist deren Benutzung außerhalb der Öffnungszeiten nicht gestattet. Die Missachtung dieses Verbots kann lebensgefährlich sein, u.a. weil viele Pistenraupen mit Seilwinden arbeiten, die nachts kaum zu sehen sind.