Ob bei der Durchfahrt oder einem Aufenthalt in den
schönen Urlaubsdestinationen der Steiermark – wem fällt nicht die malerische
Kulturlandschaft, die alten Bauernhäuser und die natürliche Schönheit des
Landes ins Auge?
Wer wünscht und fragt sich dabei nicht, ob diesen
Anblick auch unsere Kinder noch erleben können? Diese Landschaft zu bewahren
bzw. eine naturnahe Bewirtschaftung zu fördern, stellt auch einen zentralen
Schwerpunkt des Projekts, dar. In den nächsten 3 Jahren soll auf Grundlage vegetations-
und tierökologischer Erhebungen und der Erarbeitung eines Landschaftsplans
dieses Ziel erreicht werden.
Dabei umfassen wesentliche Inhalte bzw. angestrebte Projektziele folgende Punkte:
- Durchführung zoologischer Grundlagenerhebungen
- Erstellung eines Landschaftsplans auf Grundlage der vegetationsökologischen und zoologischen Erhebungen
- Ausarbeitung und Durchführung von Projekten in Absprache mit den Eigentümern
- Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung
Durchführung zoologischer Erhebungen
Im Rahmen des Projekts sollen zusätzlich zu den
Erhebungen im Siedlungsraum weitere noch zu bestimmende Tierarten, die sich als
Zeigerarten für besondere Lebensräume eignen, untersucht werden. Eine solche
Zeigerart ist zum Beispiel das Auerwild, das sehr hohe Ansprüche an seinen
Lebensraum hat. So benötigt es beispielsweise einen gewissen Altholzanteil,
lichte Waldbestände mit viel Unterwuchs und Ameisenvorkommen für die
Jungenaufzucht. Diese und weitere Faktoren können eine Einschätzung des aktuellen
Waldzustands wieder geben.
Erstellung eines Landschaftsplans
Auf Grundlage der bereits durchgeführten
vegetationsökologischen Erhebungen und den laufenden tierökologischen
Erhebungen im Siedlungsraum wird ein Landschaftsplan erstellt und mit Hilfe von
Luftbildern grafisch dargestellt werden. Damit erhält man einen Überblick über
die aktuelle Verteilung der Lebensräume und deren Zustand (Grünland der
Tallagen, Wald, Almen, subalpine Bereiche, Gewässer) um daraus
Maßnahmenvorschläge für eine nachhaltige Nutzung erarbeiten zu können. Diese
werden nach Absprache mit den Interessensvertretern (z.B. Bürgermeister,
Gemeinderatsausschuss, Ortsbauern,…) besprochen und festgelegt.
Projekte
Damit der Landschaftsplan in der täglichen Praxis Anwendung
findet, sollen Kleinprojekte zur Erreichung der festgeschriebenen Ziele
umgesetzt werden. Auf diese Weise können die Grundstückseigentümer und -nutzer
in den Erhaltungsmaßnahmen unterstützt werden.
In ausgewählten Bereichen werden Verbesserungen des derzeitigen Zustandes durchgeführt, die z.B. im Rahmen eines Bergwaldprojekts stattfinden können, das heuer auf der Gumpenalm gemeinsam mit der Agrargemeinschaft und dem Obmann Franz Leitgab durchgeführt wird. Dabei werden Schneebruchschäden entfernt, Weiden entsteint und von niederwüchsigen Gehölzen, die sich durch Anflug ansiedeln, befreit, um für das Vieh Weideflächen zu schaffen. Die Beweidung beeinflusst maßgeblich das Vorkommen von spezifischen Pflanzengesellschaften und Tierarten und dient zudem als Schutz vor Bodenerosion.
Bewusstseinsbildung und
Öffentlichkeitsarbeit
Als wichtiger Punkt tritt die Integration der
Bevölkerung in den Vordergrund. Verschiedene Themen, die im Sinne der
Bewusstseinsbildung für die Schätze unserer Natur liegen, sollen in bestimmten
Gruppen (z.B. Bauern, Schüler) vorgestellt bzw. behandelt werden.
Besonders die Vermittlung der Zusammenhänge in der Natur im Allgemeinen, der Kulturlandschaften samt der Auswirkungen des menschlichen Handelns und Wirtschaften im Speziellen soll schon bei den Kindern und der Jugend beginnen. Daher wird bereits intensiv an der Umsetzung des Projekts „Steirische Naturparkschulen“ gearbeitet. Durch innovative Ansätze zur Selbstständigkeit und Motivation soll die Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Lehrinhalte sollen in der Natur vermittelt werden und den Kindern Spaß am erforschen und lernen bereiten.
Dabei soll die bisherige Zusammenarbeit der Schulen mit dem Naturpark forciert werden. So sind zum Beispiel gemeinsame Projekte geplant wie sie auch heuer anlässlich der 25 Jahres Feier des Naturparks Sölktäler statt gefunden haben.
Wie sich herausstellt, nimmt die Kommunikation mit der Bevölkerung einen hohen Stellenwert ein und wird im Projekt der zentrale Schlüssel zum Erfolg sein.
Gefördert aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Steiermark.

Abb.1: Blick ins Kleinsölktal (Foto: Mark Ressel)
Abb.2: Entsteinen der Weideflächen beim Bergwaldprojekt
auf der Gumpenalm (Foto: Bettina Maurer)
Abb.3: Aufführung der VS St.Nikolai anlässlich der 25
Jahres Feier des Naturparks Sölktäler (Foto: Mark Ressel)

