Integrativer Naturschutz

Ob bei der Durchfahrt oder einem Aufenthalt in den schönen Urlaubsdestinationen der Steiermark – wem fällt nicht die malerische Kulturlandschaft, die alten Bauernhäuser und die natürliche Schönheit des Landes ins Auge?

Wer wünscht und fragt sich dabei nicht, ob diesen Anblick auch unsere Kinder noch erleben können? Diese Landschaft zu bewahren bzw. eine naturnahe Bewirtschaftung zu fördern, stellt auch einen zentralen Schwerpunkt des Projekts, dar. In den nächsten 3 Jahren soll auf Grundlage vegetations- und tierökologischer Erhebungen und der Erarbeitung eines Landschaftsplans dieses Ziel erreicht werden.

Dabei umfassen wesentliche Inhalte bzw. angestrebte Projektziele folgende Punkte:

  1. Durchführung zoologischer Grundlagenerhebungen
  2. Erstellung eines Landschaftsplans auf Grundlage der vegetationsökologischen und zoologischen Erhebungen
  3. Ausarbeitung und Durchführung von Projekten in Absprache mit den Eigentümern
  4. Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung

Durchführung zoologischer Erhebungen
Im Rahmen des Projekts sollen zusätzlich zu den Erhebungen im Siedlungsraum weitere noch zu bestimmende Tierarten, die sich als Zeigerarten für besondere Lebensräume eignen, untersucht werden. Eine solche Zeigerart ist zum Beispiel das Auerwild, das sehr hohe Ansprüche an seinen Lebensraum hat. So benötigt es beispielsweise einen gewissen Altholzanteil, lichte Waldbestände mit viel Unterwuchs und Ameisenvorkommen für die Jungenaufzucht. Diese und weitere Faktoren können eine Einschätzung des aktuellen Waldzustands wieder geben.

Erstellung eines Landschaftsplans
Auf Grundlage der bereits durchgeführten vegetationsökologischen Erhebungen und den laufenden tierökologischen Erhebungen im Siedlungsraum wird ein Landschaftsplan erstellt und mit Hilfe von Luftbildern grafisch dargestellt werden. Damit erhält man einen Überblick über die aktuelle Verteilung der Lebensräume und deren Zustand (Grünland der Tallagen, Wald, Almen, subalpine Bereiche, Gewässer) um daraus Maßnahmenvorschläge für eine nachhaltige Nutzung erarbeiten zu können. Diese werden nach Absprache mit den Interessensvertretern (z.B. Bürgermeister, Gemeinderatsausschuss, Ortsbauern,…) besprochen und festgelegt.

Projekte
Damit der Landschaftsplan in der täglichen Praxis Anwendung findet, sollen Kleinprojekte zur Erreichung der festgeschriebenen Ziele umgesetzt werden. Auf diese Weise können die Grundstückseigentümer und -nutzer in den Erhaltungsmaßnahmen unterstützt werden.

In ausgewählten Bereichen werden Verbesserungen des derzeitigen Zustandes durchgeführt, die z.B. im Rahmen eines Bergwaldprojekts stattfinden können, das heuer auf der Gumpenalm gemeinsam mit der Agrargemeinschaft und dem Obmann Franz Leitgab durchgeführt wird. Dabei werden Schneebruchschäden entfernt, Weiden entsteint und von niederwüchsigen Gehölzen, die sich durch Anflug ansiedeln, befreit, um für das Vieh Weideflächen zu schaffen. Die Beweidung beeinflusst maßgeblich das Vorkommen von spezifischen Pflanzengesellschaften und Tierarten und dient zudem als Schutz vor Bodenerosion.

Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Als wichtiger Punkt tritt die Integration der Bevölkerung in den Vordergrund. Verschiedene Themen, die im Sinne der Bewusstseinsbildung für die Schätze unserer Natur liegen, sollen in bestimmten Gruppen (z.B. Bauern, Schüler) vorgestellt bzw. behandelt werden.

Besonders die Vermittlung der Zusammenhänge in der Natur im Allgemeinen, der Kulturlandschaften samt der Auswirkungen des menschlichen Handelns und Wirtschaften im Speziellen soll schon bei den Kindern und der Jugend beginnen. Daher wird bereits intensiv an der Umsetzung des Projekts „Steirische Naturparkschulen“ gearbeitet. Durch innovative Ansätze zur Selbstständigkeit und Motivation soll die Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Lehrinhalte sollen in der Natur vermittelt werden und den Kindern Spaß am erforschen und lernen bereiten.

Dabei soll die bisherige Zusammenarbeit der Schulen mit dem Naturpark forciert werden. So sind zum Beispiel gemeinsame Projekte geplant wie sie auch heuer anlässlich der 25 Jahres Feier des Naturparks Sölktäler statt gefunden haben.

Wie sich herausstellt, nimmt die Kommunikation mit der Bevölkerung einen hohen Stellenwert ein und wird im Projekt der zentrale Schlüssel zum Erfolg sein.


Gefördert aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Steiermark.

     

Abb.1: Blick ins Kleinsölktal (Foto: Mark Ressel)
Abb.2: Entsteinen der Weideflächen beim Bergwaldprojekt auf der Gumpenalm (Foto: Bettina Maurer)
Abb.3: Aufführung der VS St.Nikolai anlässlich der 25 Jahres Feier des Naturparks Sölktäler (Foto: Mark Ressel)



Die besten Fotos

Sommer im Naturpark Sölktäler!

"Da Summa is aussi"

„Da Summa is aussi“ im Naturparkhaus Schloss Großsölk steht wieder unter dem Motto der Biobauern. Verkauf von Steirerkas, Gäste-Butter-Rühren, Bio-Mittagstisch, Musik; Beginn: ab 11 Uhr ...
[ mehr ]